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Thema: Sinn und Zweck

  1. #1

    Frage Sinn und Zweck

    Liebe Kammeraden.

    Ich möchte hier einmal eine etwas breitere Frage in den Raum stellen. Mich nervt, dass wir mittlerweile oft nur noch dazu eingesetzt werden, um Geld zu sparen. Es ist zunehmend schwer geworden einen Auftrag zu finden, denn die Reedereien sind wohl nur noch daran interessiert ihre Versicherung zufriedenzustellen, und der ist es scheiß egal ob da ein ehemaliger 9er oder ein halbabgebrochener Inder steht, der gerade so ne Waffe halten kann. Früher war unsere Expertise bei maritimen Einsätzen noch gefragt, aber nicht um die Besatzung zu schützen, sondern die Fracht. Das widerstrebt mir irgendwie und steht auch dem Eid entgegen, den ich früher mal geschworen habe. Da haben wir gelobt, unser Land, unsere Werte und unsere Bürger zu verteidigen, nicht ausschließlich die Wirtschaft. Warum müssen wir denn Telefonmasten in Afrika bauen und die dann Beschützen? Warum müssen wir Ölfelder im Sudan erschließen und dann für die Chinesen Wache stehen? Wem bringt das etwas? Und vor allem: Was ist unsere Arbeit eigentlich noch wert? Müssen wir wirklich dafür unseren Arsch hinhalten, damit irgendwelche Schlippsträger ein paar Euro sparen?
    Eure Meinung würde mich dazu interessieren.

    Danke, Spot

  2. #2
    Hallo Spot,

    um ehrlich zu sein verstehe ich deine Frage nicht. Meinst du mit "uns" die privaten Sicherheitskräfte oder sprichst du bei "uns" von der Bundeswehr?

    Solltest du von der privaten Sicherheit sprechen, dann ist die Antwort ganz einfach. Es geht immer um den Profit!
    Wenn ein Unternehmen Geld einsparen kann in dem es billige Arbeitskräfte nimmt, dann wird es dieses tun. Nur die wenigsten Konzerne und große Firmen haben begriffen, dass Qualität nun mal kostet. Und Sicherheit produziert nichts. Wir können weder zu 100% Sicherheit garantieren, noch ausschließen, dass absolut nichts passieren wird. In unserem Job gibt es immer ein Restrisiko. Und solange es keine gravierenden Vorkommen gibt, ist es dem Kunden nun mal egal ob der superelitegeheimagent auf der Brücke steht oder der Inder den sie gerade vom Feld wegrekrutiert haben.

    Angebot und Nachfrage…...

  3. #3
    Super-Moderator
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    Ort
    Bottrop
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    678
    Ja und Nein.

    Klar ist Deine Argumentation richtig, Tom.
    Alles kommt vom billigsten Anbieter.
    Da geht der Trend hin und je größer die Buden werden, desto stärker der Trend.
    Und Sicherheit - angefangen beim Türsteher bis hin zum High-Risk-Contractor - ist keine Produktivleistung.
    Sie ist ein reines "VerwaltungsKOSTENkonto", die alle übrigen Bereiche mittels Umlage mittragen müssen und das 364 Tage im Jahr - bis auf den einen Tag, an dem sich der CEO des Technikkonzerns oder Reederei in die Buchse scheißt, weil er nicht durch die Presse gehen möchte mit einem enthaupteten Mitarbeiter oder einem Geiseldrama.

    Denn DANN werden die "Schäden" die direkten und indirekten, die unmittelbaren und langzeitrelevanten ganz schnell auf soviele Arten soooooo teuer, dass jeder Investment-Case im Vorfeld nicht hoch genug gewesen sein könnte.

    Und genau da kann man... sollte man als Vertriebler oder als Bidder mit zwei ganz wichtigen Stellschrauben arbeiten:

    1.) Man hat ein Grundbedürfnis, auf das man zugreifen kann. Maslow Level zwei... Sicherheit ist als Bedürfnis nur minder weniger wichtig, als atmen, schlafen und ficken. Genau diesen Ansatz gilt es hervorzuheben.
    Eine defekte Maschine, einen schlechten Sub oder einen Kackberater kann man ersetzen. Man verklagt den mangelhaften Dienstleistungserbringer in Grund und Boden, man kann den Stillstand oder die Nachbesserungen im Rahmen von Gewährleistung korrigieren lassen oder oder oder.
    Aber wenn man einmal bei Sicherheit verkackt... DAS kann man nie wieder gut machen. Ein hier begangener Fehler ist nicht mehr korrigierbar; ebenso wenig wie seine Konsequenzen.

    und nicht zu vergessen Punkt

    2.) Ein plausibles und nachvollziehbares Alleinstellungsmerkmal (eine ähnliche Unterhaltung hatten wir schonmal).
    Der Trend des "Premiumdienstleisters" ist überall erkennbar und ersichtlich. Es bedeutet, dass man ein Unternehmen darstellt, welches Standards gestaltet, prägt und über jeden Einwand erhaben an der Spitze der Nahrungskette in seinem jeweiligen Wirtschaftszweig steht.
    Dann kann man bei etwaigen Auftraggebern auf etwas zielen, was noch besser zieht, als ein Bedürfnis: Eitelkeit.
    Ein namhaftes und renommiertes Unternehmen, welches dazu bereit ist, weniger als "den Besten" zu beauftragen... Stolz, Ego, Narzissmus... alles in den hohen Führungsetagen vertreten; teils in pathologisch-relevantem Ausmaß.
    Ein Image muss aufgebaut werden; eine Assoziationskette.

    Management? Fährt Daimler oder BMW als Firmenwagen.
    Kreative? Haben alle einen Apple.
    Modells? Haben nicht das Makeup aus dem DM.

    Das bedarf allerdings einerseits einem hervorragendem Marketing, einen fitten Vertrieb und nicht zuletzt ein operatives Team, welches gewährleisten kann, dass der "Premium-Aspekt" gelebt und nicht nur geschwätzt wird.

    Um dem ganzen noch eine poplulturelle Anlehnung zu verleihen, zitiere ich den fiktiven Harvey Specter: "Sie wollen wenig verlieren - ich will viel gewinnen."
    Genau das ist der Schlüssel.

    Soviel von mir - zurück ins Funkhaus.

    LG
    qwerdenger

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